Mythos – die weiss-weinrote Jantar 23 von Uli

Hallo zusammen,

meine Jantar23 ist die Baunummer 70 und aus 2001. Sie ist eines der wenigen Boote, die ab Werk mit einem Volvo Penta MD 2010 Einbaudiesel ausgeliefert wurde. Der Diesel bringt seine 10 PS Kraft über einen Saildrive mit Faltpropeller ins Wasser, der bei Nichtgebrauch strömungsgünstig zusammenklappt, so dass beim Segeln weniger Widerstand erzeugt wird.

Ich habe die Jantar im Januar 2014 gekauft, nachdem ich vorher 16 Jahre eine Dehlya22 gesegelt hatte.

Die Dehlya hat mir eigentlich super gefallen und ich habe sie geliebt, aber… wie das so ist….. irgendwann wachsen die Ansprüche, “Mann” will mehr Platz haben,  “Frau” einen abgeschlossenen Toilettenraum, eine kleine Pantry,   eine bessere Verarbeitung ohne immer wiederkehrende Baustellen wegen Undichtigkeiten, mehr “Schiffigkeit”. mehr Seegängigkeit, mehr Wetterschutz und…. einen Einbaudiesel statt Aussenborder am Heck, der immerwieder beim Segeln auf dem Ijsselmeer mit der Schraube aus dem Wasser kommt.

Die Jantar kannte ich seit 1996-97.  Damals ist sie mir auf der “Boot” in Düsseldorf positiv aufgefallen, da sie einige Alleinstellungsmerkmale hatte:
– die feste Scheibe mit Anschlusssprayhood
– die hochwertige Beschlagsausstattung,
– die Rumpfenster,
– der Edelstahlhubkiel mit Bleibombe,
– das Teakdeck

– die Gesamtoptik, einer Najad nachempfunden

All diese Details haben mir gut gefallen und das Boot über Jahre in meinem Kopf verankert, ohne das ich konkret über einen Kauf nachgedacht habe. Immerwieder ist mir die eine oder andere Jantar 23 in Friesland über den Weg gesegelt, immerwieder habe ich intensiv “rübergeschaut”. Im September 2013 lag dann in Woudsend, Holland, eine Jantar neben uns im Hafen und wir kamen mit dem Eigner ins Gespräch. Der Eigner hat uns zur Besichtigung eingeladen und sowohl ich als auch meine Frau haben gleichzeitig “Feuer gefangen”. Ein anschliessendes Googlen in Gebrauchtbootbörsen zeigte uns, dass das Boot in unser Budget passen würde und so haben wir uns intensiv auf die Suche begeben. Von September 2013 bis Januar 2014 haben wir etliche Boote besichtigt. Anfang 2014 wurde unser Boot dann bei Boat24 inseriert. Wir haben es besichtigt, es für OK befunden, obwohl einige Baustellen vorhanden waren und uns dann recht schnell mit dem Verkäufer geeinigt. Anfang Februar 2014 war dann Übergabe und vier Wochen später haben wir die Dehlya verkauft. Obwohl besonders ich an der Dehlya hing war es eine Entscheidung, die meine Frau und ich beide bis heute nicht bereut haben.
Mit folgenden Dingen ist unsere Jantar ausgestattet:
– Edelstahl-Hubkiel mit profilierter VA-Finne und Bleibebombe ca. 400 KG, aufholbar über die Winsch im Cockpit
– 3 Vorsegel, Sturmfock (Sailservice Danzig), Normalfock (Sailselect, biradial, mit Schaustreifen am Vorliek) sehr gut stehend, Genua mit UV-Schutzstreifen (Sailservice Danzig)
– Rollreffanlage von Plastimo
– teleskopierbarer Jütbaum, demontierbar und platzsparend unter Deck staubar, mit Flaschenzugeinheit, die fest am Vorstag integriert ist
– Teleskop-Spibaum
– durchgelattetes Gross (Horizontalschnitt, Sailservice Danzig, ordentlicher Stand) mit zwei Einlein-Reffreihen (Umlenkungen mit Harken Blöcken) und Frederiksen Ballslide 6 Kugellagerrutschern
– fester Rodkicker
– komplette DHI Beleuchtung: Toplicht, Buglicht, Hecklicht, alles LED
– 2 Winschen hinter Sprayhood Harken 8 zur Bedienung der Fallen und Reffleinen
– 2 Selftailing-Winschen Harken ST 16 für die Fockschoten auf dem Süll
– 8 Hebelklemmen ,Spinlock, 4 x rechts und 4 x links neben dem Niedergang
– VA-Bugbeschlag mit integrierter Ankerhalterung
– VA Anker mit 10 Meter VA-Kette und 10 Meter Bleileine plus 40 Meter Trosse
– Seereling mit zwei Drähten, Bugkorb VA mit Teaktritt, Heckkorb VA an STB und BB, sowie 2 zusätzliche VA Bügel vor dem Cockpit, so dass die Seereling enorm stabil ist, im Cockpitbereich mit Rückengurtbändern zum bequemen Anlehnen und Ausreiten
– Landanschluss wassergeschützt im Ankerkasten mit FI-Schalter-Einheit in der Heck-Backskiste
– zusätzlichen Landanschluss im Heckbereich am Motorpanel sowie zwei 12 V Steckdosen am Motorpanel, 1 x auf die Starterbatterie und 1 x auf die Verbraucherbatterie greifend
– Genuaschienen von Harken
– Harken Großschotsystem kugelgelagert
– Achterstag mit Hahnepot verstellbar über  Selden 4-fach übersetzten Großschot-Violinblock
– rundum verlaufende Teakscheuerleiste ca, 5 x 5 cm kreisrund, die kann einiges ab !!
– zusätzliche Aussenborderhalterung am Heck mit Lift
– Badeleiter VA, klappbar, sehr tief gehend
– Teak im Cockpit und an Deck, alles mit Fisch, But und Laibungen
– 3 Fenster jeweils an STB und BB in den Rumpf eingelassen
– Einbaudiesel von Volvo Modell MD 2010 mit Saildrive und Volvo Zweiflügel-Faltpropeller, Zweikreiskühlung, doppelte Kraftstofffilter, Seewasserfilter
– zusätzlicher Zweiflügel-Festpropeller in Reserve
– 30 Liter VA Dieseltank, Tankanzeige im Motorpanel im Cockpit
– Ruderblatt hochklappbar sowie ein weiteres Ruderblatt in Reserve, dieses Ruderblatt hat der Ersteigner gleich bei der Bestellung des Bootes mit in Auftrag gegeben
– S-förmig geschwungene und lamellierte Pinne aus Esche und Mahagonifurnierstreifen, die Pinne ist am Ruderkopfbeschlag vergossen in Epoxid mit einem polierten Alu-Vierkantrohr. So kann sich die Pinne nicht aufspalten, wenn man sich mal zu stark aufstützt.

– Spinlock Teleskoppinnenausleger
– Raymarine ST 1000 Pinnenpilot mit Anschluss in Motorpanel und patenter Halterung am Süll
– 2 Backskisten im Cockpit mit sehr grossen Klappen
– feste Scheibe mit Anschlusssprayhood
– Cockpittisch mit Faltplatten, im Cockpitfussboden eingelassene Halterung für den Tischfuss, unter Deck perfekte Tischstaulösung
– 36 AH Starterbatterie, 90 AH Verbraucherbatterie AGM.

– CTEK Batterie-Ladegerät 10 AH mi IOuO-Ladekennlinie
– unter Deck insgesamt 6 in die Decke eingebaute Strahler sowie 4 Strahler an den Schotten zum Voschiff, also Licht satt im ganzen Schiff (ursprünglich als Halogenstrahler gedacht wurden sie inzwischen alle auf LED umgerüstet)
– Funkgerät Icom mit DSC und Atis
– Kartenplotter verknüpft mit dem Funkgerät, so dass bei Aussendung eines “Distress” automatisch die aktuelle Position mitgefunkt wird
– Radio mit MP3, CD, USB, 2 Lautsprecher unter Deck, die Lautsprecher in den Schotten sind sauber verkleidet
– 3 x 230 V Steckdose unter Deck, 2 x 12V Steckdose unter Deck, 1 x auf Verbraucherbatterie gehend, 1 x auf Starterbatterie gehend
– In der BB-Backskiste zusätzlicher 12 V Anschluss für Kompressor-Kühlbox CD 30 von Waeco
– zusätzliches Netzteil im Motorraum welches bei anliegendem Landstrom 12 V an der Batterie vorbei liefert und so dafür sorgt, dass die Batterie voll geladen wird und erst bei Trennung vom Landstrom wieder Strom abgeben muss.

– zusätzlich zur Serienmöbelierung:
– Schrank am Schott zum Vorschiff mit Ablage oben, Türen in der Mitte und Schütten für Kleinteile unten
– Tellerregal über Pantry mit Thermoskannenhalterung
– Schublade in Pantry (auf Teleskopschienen, Vollauszug mit Dämpfung und Selbsteinzug)
– Kleinteilablagen am Niedergang und im Vorschiff
– Zusatzablage über der Hundekoje
– Verkleidungsschrank für die Technik im Vorschiff an BB mit Ablage und Lautsprecherverkleidung
– Tisch im Salon mit Klappplatten. Das Flaschenfach wurde umgerüstet zu zwei Schubladen für Werkzeuge o. ä.

– 14 cm dicke Bultex-Kalschaummatratzen im Vorschiff, Schlafkomfort wie zu Hause, Bezüge abnehmbar und waschbar
– Lattenroste massgefertigt im Voschiff, gemäß der Staumraumaufteilung unterteilt
– 30 Liter Wassertank (flexibler PVC-Sack) im Vorschiff
– Wasserpumpe 12 V mit Zapfstellen in Pantry und Bad
– Porta Potti im Bad
– 2 x Klappluken im Salon mit Fliegennetzen
– 1 x grosse Klappluke im Vorschiff
– Schiebeluk mit der Möglichkeit das Steckschot direkt darunter einzuschieben und zu lagern
– an Deck unter der festen Scheibe Plexiglasabdeckung für die Seekarte, wind- und spritzwassergeschützt

Insgesamt kann man also sagen: für ein 7 Meter Boot absolut vollständig ausgestattet

Anbei ein paar Bilder.

Viele Grüsse

Uli