Mastnutverschluss modifiziert

Hallo zusammen,

nach längerer Zeit mal was Neues:

Wie in einem weiter unten vor längerer Zeit erstellten Beitrag beschrieben habe ich ja ein sehr edeles Kugellagermastrutschersystem von Frederiksen/Ronstan an meinem 4-fach durchgelatteten Gross montiert.

Das System funktioniert super, ich möchte es nicht missen.

Neu sind die Teile unglaublich teuer, ich hatte aber das Glück die Teile über Ebay nach und nach sehr günstig zusammen zu kaufen.

Das System hat nur einen Nachteil, es baut am Mast höher auf als ein Standardrutschersystem. Ausserdem ist bei mir die Nutöffnung zum Einführen der Rutscher dummerweise vom Mastenhersteller ca 20 -25cm höher als Baumoberkante montiert worden. Warum das damals so gemacht wurde verstehe ich bis heute nicht, ist aber nicht zu ändern.

Dazu zur Verdeutlichung hier auch ein Bild:

Dadurch baut das Rutschersystem natürlich nochmals (völlig unnütz) höher auf.

Nun dient als serienmässiger Nutverschluss ein VA-Blech ca. 5 x 7 cm. Das Blech ist ca 2mm dick und wird mit zwei dünnen VA-Schloßschrauben an den Mast geschraubt. Im Mast sind an passender Stelle Gewinde (Rampamuffen) eingelassen. Dieser ist an der Hinterkante, also in Richtung Mastinnenseite, natürlich hohl, d. h. hier gibt es immer eine Kante, an der die Mastrutscher sowohl beim Setzen und auch teilweise beim Einholen hängenbleiben. Das war immer nervig, weil ich gerade beim Einhandsegeln immer wieder nach vorne zum Mast musste, um die Mastrutscher über die Kante hinweg zu hieven.

Um das ewige Verhaken zu verhindern habe ich dann aus der Not heraus oberhalb des Verschlussblechs einen Schraubverschluss zusätzlich montiert. So konnten die Rutscher zwangsweise nicht mehr tiefer und auch zwangsweise nicht mehr am Blech hakeln.

Das Ganze war ein Kompromiß mit etlichen Nachteilen:

1. Das Ganze sieht doof aus.

2. Das hohe Aufbauen der Rutscher führt dazu, dass der Mastkamin und die Maindroptasche vorne etwas höher sein mussten als normal.

3. Beim Reffen steigt der Baum achtern um ca 30-40 cm in die Höhe, dass sieht nicht nur blöd aus, es hat auch handfeste seglerische Nachteile, denn der Segeldruckpunkt steigt nach oben.

4. Bei jedem Reffvorgang muss man daran denken den Rodkieker/Baumniederholer zu lösen, weil der Baum ja um ca 30-40cm nach oben steigt. Vergisst man es, dann wird das Achterliek des Großsegels überspannt oder man bekommt das Vorliek nicht dichtgeholt.

Kurz gesagt, diese Sache ging mir heftig auf die Nerven. So habe ich nach einer Lösung gesucht.

Zunächst habe ich nach serienmässigen Mastnutverschlüssen gesucht, aber nichts gefunden. Also blieb mir nur die “Do it yourself-Methode” über.

Was habe ich also gemacht?

Ich bin zum Schrottplatz und habe mir ein 4mm Alublech (eigentlich war es ein Stück Vierkantrohr) besorgt. Dann habe ich mit selbstklebender, durchsichtiger Folie die Kontur des bisherigen Mastverschlussblechs kopiert, also auf die Folie übertragen, diese dann auf das Alublech geklebt.

Als nächstes habe ich das Sägeblatt meiner Kreissäge soweit runtergedreht, dass nur 2,5mm Schnitttiefe überbleiben. So konnte ich dann das Vierkantrohr dergestalt über die Kreissäge ziehen, dass das Blech von 4 auf 1,5 mm eingedünnt wurde. Lediglich der Bereich der Mastnutöffnung wurde nicht eingedünnt. Feinschliff erfolgte dann zum Schluss mit Feile, Dremel und Schleifpapier von Hand. So ist ein Mastnutverschlussblech entstanden, dass die Mastnutöffnung quasi nahtlos wieder verschliesst, sobald die Mastrutscher eingeführt sind. So kann in Zukunft auch nichts mehr verhaken. Hier dazu die Bilder der fertigen Bleche.

Mastnutverschluss Rückseite

Nächstes Wochenende geht es wieder nach Holland zum Boot, dann wird alles montiert.

Ich gehe davon aus, dass das alles gut funktionieren wird.

Viele Grüsse

Uli

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