Jütvorrichtung von Christian J., Jantar Segler in Berlin

Hallo zusammen,

Jantar 23 Segler Christian aus Berlin hat mir heute jede Menge Fotos von seine Jütvorrichtung zugemailt, die hier nun zeigen möchte.

Er hat einen interessanten Weg gefunden, um die Haltepunkte der Jütstützen genau in die Flucht des Mastdrehpunktes zu bekommen. Die Teile sind innerhalb von 5 Minuten montiert und auf diese Weise kann er den Mast alleine stellen.

Hier die Bilder und seine Erläuterung dazu:

Jütvorrichtung für Jantar23 

(und alle Boote, bei denen die Genuaschiene bis vor den Drehpunkt des Mastfusses reicht):

Beim Erneuern der Wanten habe ich die unliebsamen Verhakungspunkte für die Genuaschot gleich mit beseitigt. Es gibt nur noch die Wantenspanner. Damit brauche ich aber neue Anschlagpunkte für die Streichwanten und einen Befestigungspunkt für die Enden des toten Mann; bevorzugt an der gleichen Stelle genau im Drehpunkt des Mastfusses. Gleichzeit soll die ganze Sache schnell de- und montierbar sein (egal ob der Mast steht oder liegt). Und: es muss stabil sein und wenig kosten.

Man kann fast man alles selber machen, bis auf eine Aluschweißarbeit.

Die Grundidee: 

Auf der Genuaschiene werden zwei Klemmbacken (Alu) befestigt, auf denen je ein Vierkantprofil genau in Vorausrichtung des Schiffes aufgeschweißt ist. In der richtigen Höhe (Drehpunkt des Mastfusses) ist eine Bohrung 10.5mm. Beim erstmaligen Stellen des Mastes wird der Original-10mm- Mastfussbolzen durch einen geraden 10mm-Edelstahlbolzen ersetzt. Dieser reicht ca. 8 cm auf jeder Seite aus dem Mastfuss heraus. Das dient zur Aufnahme eines 12*1mm Edelstahlrohres als Distanzstück zwischen Mastfuss und der Klemmbacke, damit diese genau senkrecht steht. Um das zu bewerkstelligen, wird ein weiterer 10mm Bolzen durch die Bohrung in der Klemmbacke und das Distanzrohr gesteckt. Fertig.

Als Streichwanten (man will ja nichts Neues irgendwo befestigen, was dann herumhängt) dienen bei mir die 2mm Lazyjack-Drähte, die in perfekter Höhe am Mast befestigt sind. Ein Dyneema-Ende wird durch den Lazyjackleinenumlenkblock geführt und  mit einem Wantenspanner an der Klemmbacke außen eingehakt. Damit lässt sich die Sache sehr genau spannen.

Mein toter Mann besteht aus zwei Alurohren, die mit einem Gummistropp zusammengehalten werden. Am oberen Ende habe ich Aluvollmaterial abgedreht, damit es eingesteckt und mit Schraube und Mutter am Rohr befestigt werden kann. Das vordere Stück ist dann so verjüngt worden, dass es zwischen die beiden Edelstahlstreifen an der Rollanlage passt. Das wird dann, wie üblich mit dem Klappbolzen gesichert. An der Vorderseite des toten Manns sind zwei V-Klemmen und die diesen Enden werden mit zwei Schäkeln direkt neben den „Streichwanten“ an der Klammbacke einhakt. Stellen und Legen des Mastes erfolgt mit der Großschot.

Auf den Bildern sind die Klemmbacken noch nicht gestrichen. Hinterher wurden sie rot und grün lackiert. Damit passt alles stressfrei in der Zukunft.

Die Klemmbacke besteht aus einem U-Profil, welches mit Vollmaterial aufgedoppelt ist und einem L-Profil. Das aufgedoppelte U-Profil wird Innen in die Genuaschiene eingesetzt, dann kommt außen das L-Profil davor, welches mit zwei Schrauben angeschraubt wird (Langloch!). Das Ganze lässt sich leicht auf der Schiene verschieben; es klemmt in dem Sinne nicht, denn man muss alles senkrecht ausrichten (die Genuaschiene folgt dem Decksprofil!). Die Arretierung auf der Schiene erfolgt durch zwei weitere Schrauben, die in die Stopperlöcher der Genuaschiene eingreifen. Fertig. Der Rest wird durch die Spannung auf den Streichwanten erledigt.

 

Viele Grüsse

Uli

 

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