Furlex 104 S nachgerüstet

Hallo zusammen,

wie schon im Forum beschrieben habe ich mir eine Furlex 104-S gegönnt und nun montiert.

Meine alte Rollreffanlage, eine Plastimo 406 T, war zwar nicht defekt, aber nicht besonders leichtgängig. Da das Vorstag darin sicherlich auch noch die Erstausstattung war und sowieso mal getauscht werden musste habe ich nun aufgerüstet. Die Reffanlagen von Selden, dem schwedischen Marktführer, kenne ich seit Jahren von diversen Charteryachten und auch auf meinem Vorgängerboot, einer Dehlya 22, hatte ich seit 2010 eine Furlex 50-S montiert. Alle Anlagen liefen immer sehr leichtgängig dank sehr guter Kugellager und guter Lastverteilung.

Die Rollreffanlage Furlex 104-S gibt es in diversen Ausstattungen, ich habe die Version mit 8,10 Meter langem Vorstag und 5 mm Drahtstärke ohne Wantenspanner gewählt. Listenpreis: €1289.-, gekauft bei Pieper in Gladbeck für effektive € 1150.-.

Die Montage der Anlage ist eigentlich relativ einfach zu handhaben, man muss sich allerdings sehr penibel an die sehr gute Montageanleitung halten. Im Lieferumfang ist alles enthalten, was man zur Montage benötigt, selbst Bohrer und diverse Torx-Bits werden mitgeliefert.

Ich habe die alte und die neue Anlage direkt nebeneinandergelegt und die Längen abgetragen: Bei mit war das Vorstag inkl. den fest montierten Jütblöcken zum Maststellen 766 cm lang. Die Jütblöcke werde ich aber in Zukunft nicht mehr  fest montiert fahren, diese werde ich nach dem Mast stellen nun demontieren und in der Backskiste lagern.  So verlängert sich die nutzbare Vorstagslänge um rund 20 cm. Dies ist für mich sehr wichtig, denn die neue Trommeleinheit der Furlex ist etwa 6 cm  höher, so dass dadurch ein Teil der gewonnenen 20 cm wieder wegfällt. Meine Vorsegel sind am Vorstag eher 5-10 cm zu lang als zu kurz, so dass das Fockfall einen ungünstigen Zugwinkel am Masttopp aufgewiesen hat. Dieser wird in Zukunft besser sein. Der Zugwinkel von Fockfall und Vorstag sollen ca. 10-15 Grad von einander abweichen, damit sich beim Aufrollen der Fock das Fall nicht um das Stag wickelt.

Die Montage beginnt von oben nach unten, das heisst, die Aluprofile werden nach oben aufs Vorstag geschoben. Im Aluprofil befindet sich innen immer ein x-förmiges Innenprofil, durch dieses wird der Vorstagsdraht geführt. Das x-förmige Kunststoff-Innenprofil verhindert galvanische Kontaktkorrosion zwischen dem Edelstahlvorstag und den Aluprofilen. Absolut wichtigster Punkt bei der Montage ist natürlich die Endlänge des Vorstags. Dazu gibt es in der Montageanleitung eine Tabelle mit deren Hilfe genau berechnet werden kann, wie lang die Alurohre und der Draht sein müssen, wo genau die Rohre und das Stag eingekürzt werden müssen. Man sollte diese Tabelle und die Erklärungen schon genau lesen, dann klappt auch alles und die Rollanlage ist zum Schluss auf den letzten Millimeter so lang, wie gewünscht.

Am unteren Ende des Stages wird dann ein s.g. Stalock-Terminal aufgebracht. Dazu muss der Draht leicht aufgedröselt werden und ein Konus wird über die inneren Drähte, also die Seele des Drahtes geschoben. Die äusseren Drähte werden dann wieder gleichmässig um den Konus geführt und das Gewindeterminal wird zusammen mit einer flüssigen Schraubenverklebung aufgeschraubt. Dann ist alles fest verpresst. Zum Schluss wird die Trommel montiert, was der einfachste Teil der ganzen Sache ist.

Anbei ein paar Fotos, heute  während der Montage geschossen.

Viele Grüsse

Uli

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d bloggers like this: