Dieseltankreinigung, Dieselpest ade

Hallo zusammen,

ich habe ja eine der wenigen Jantar  23 mit  Volvo Penta Einbaudiesel.

Für mein Heimatrevier, das Ijsselmeer und die die friesischen Seen eine optimale Motorisierung. Der Diesel leistet 10 PS und diese werden über einen Saildrive mit 2-Flügelfaltpropeller ins Wasser gebracht. Bisher war er absolut zuverlässig.

Nun hatte ich im Frühsommer letzten Jahres eine sehr unangenehme neue Bekanntschaft, die man nicht braucht: Die Dieselpest.

Diese habe ich an Bord einer Charteryacht kennenlernen dürfen, natürlich in einem sehr unangenehmen Moment, beim Einlaufen in einen Hafen bei BFT 6. Die Dieselpest hat kurz vor der Hafeneinfahrt zugeschlagen, sie hat die Treibstoffleitung verstopft, so dass der Motor abgestorben ist. Seitdem ging mir dieses Erlebnis nicht mehr aus dem Kopf.

Meine Jantar ist Baujahr 2001 und ich bezweifle, dass der Voreigner schon mal den Tank ausgebaut und gereinigt hat. Ich hatte es bis heute auch nicht getan, wohl aber habe ich in den 4 Jahren, die ich das Boot besitze, nur Aral Ultimate Diesel getankt und mit Grotamar versetzt. So sollte ich in der Theorie ja eigentlich geschützt sein.

Leider war ich das nicht, wie in nun feststellen durfte.

Heute war ich beim Boot und habe den Diesel mit einer kleinen 12V Pumpe abgepumpt. Der Sprit wurde durch einen Filter direkt in mein Auto umgefüllt.

Danach bin ich mit einer billigen Endoskopkamera (gibt es für unter € 20.- bei Ebay, man kann sie direkt per USB an einen Laptop anschliessen)  in den Tank rein und habe mehrere braune glibberige Stellen entdecken müssen. Die Diagnose war eindeutig: Dieselpest im Anfangsstadium.

Also habe ich sofort Nägel mit Köpfen gemacht und die Steuerbordbackskiste leergeräumt um den Tank auszubauen. Das geht einfacher, als man zunächst glaubt. Der Tank ist mit einem Edelstahldraht am Backkistenboden fixiert. Dieser Draht wird durch einen Wantenspanner gespannt. Alles wurde zunächst abfotografiert, damit ich später weiss, welcher Schlauch und welches Kabel wo am Tank angeschlossen ist. Dann habe ich alle Schläuche, Kabel und auch den Befestigungsdraht mit Wantenspanner gelöst.

Den Tank habe ich dann innerhalb von 15 Minuten ausgebaut. Das war eigentlich total einfach.

Zu Hause habe ich den Tank zunächst komplett bis auf den letzten Tropfen entleert und aufwendig gereinigt. Dafür musste ich den Füllstandsgeber ausbauen, um eine maximal grosse Öffnung zum Reinigen zu bekommen. Durch diese Öffnung bin ich dann in den Tank Mithilfe von einem ca. 3 cm breiten, harten Pinsel mit langem Stiel in den Trank rein, den ich noch zusätzlich mit einem gebogenen Metallstab verlängert hatte. Gereinigt wurde der Tank zunächst mit heissem Wasser und einen stark fettlösenden Reiniger, danach wurde mehrmals mit Prilwasser und dem Pinsel der komplette Tank von innen abgeschruppt. Zum Schluss dann mit heissem Wasser mehrfach intensiv durchgespült. Nun ist der Tank wieder metallisch rein. Er steht nun im Heizungskeller zum Trocknen. Dazu habe ich einen kleinen Computerlüfter auf das Geberloch gelegt, der nun für einen permanenten Luftstrom sorgt und den Tank trocknet.

Die Arbeit hat sich gelohnt, anbei ein Foto von einem der Dieselpestklumpen, die ich aus dem Tank rausgespült habe. Echt fieses Zeug. Irgendwann hätte der Klumpen auch meine Treibstoffleitungen verstopft.

Nun muss ich erst eine neue Dichtung für den Treibstofffüllstandsgeber besorgen, dann kann alles wieder eingebaut werden, das werde ich aber erst zum Saisonbeginn machen und dann ganz frischen Sprit samt Grotamar reinkippen.

Der Spaß hat zwar einen halben Sonntag an Arbeitszeit gekostet, aber sonst nichts. Bei grösseren Booten mit nicht ausbaufähigem Tank hätte der Spass etliche 100 Euro gekostet, denn dann hätte eine Spezialfirma den Tank reinigen müssen.

 

Viele Grüsse

Uli

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